Viele Firmen reagieren auf Umsatzeinbußen in Krisenzeiten mit vorschnellen Entlassungen. Dabei sind es gerade die Mitarbeiter, die den Wert eines Unternehmens ausmachen – und nicht der Liquiditätsengpass.

Welche Bedeutung den Mitarbeitern und deren Qualifikation tatsächlich beigemessen werden sollte, zeigt sich insbesondere in konjunkturellen Hochphasen – wie z.b. der aktuellen Wirtschaftssituation: Es herrscht Fachkräftemangel. Die Rekrutierung nimmt teilweise Züge an, die man sonst nur aus der Transferphase der Fußballvereine kennt. Dabei muss die Gewinnung von Mitarbeiten – sowie ein darauf aufbauendes erfolgreiches Mitarbeiter-Management – keineswegs ein „Buch mit sieben Siegeln“ sein.

Solange man Menschen in einem Unternehmen als wichtigen Teil des Ganzen schätzt und behandelt und nicht als „sachrationale Mechanik“ versteht, solange wird es einen fairen Austausch zwischen dem Unternehmen und dem Mitarbeiter geben. Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fühlen sich immer dann an ein Unternehmen gebunden, wenn sie positive Erfahrungen machen und ihre Erwartungen an den Job vom Unternehmen erfüllt werden.

Und dennoch sagen manche Vorgesetzte: „Reisende soll man nicht aufhalten, wenn eine wichtige Mitarbeiterin oder ein wichtiger Mitarbeiter kündigt. Die einen sind gekränkt, die anderen meinen, sie könnten leicht für Ersatz sorgen. Dabei beachten sie nicht, wieviel Geld und immaterielle Ressourcen sie für einen Mitarbeiter – von der Einstellung bis zur Kündigung – investiert haben. Würde man diese Bilanz aufmachen, geraten Unternehmen mit einer hohen Fluktuation in ein riesiges Defizit. Die folgende Liste zeigt wichtige negative Konsequenzen von Personalabgängen:

  • Hohe neue Personalbeschaffungskosten.
  • Das Risiko von Fehlgriffen bei der Personalbeschaffung.
  • Verlust von Erfahrungswissen, Know-how und Schlüsselqualifikationen.
  • Probleme innerhalb von Unternehmensprozessen wie Produktentwicklung oder Kundenservice.
  • Verlust von persönlichen Netzwerken, zum Beispiel von Beziehungen zu Kollegen in anderen Abteilungen, Filialen oder Ländern, Kontakte zu Kunden, Lieferanten und Kooperations-partnern.
  • Erhöhter Druck auf verbleibende Mitarbeiter, was deren Motivation und Zufriedenheit sowie Produktivität und Kreativität negativ beeinflusst.
  • Reduzierte Kapazitäten für kommendes Wachstum.
  • Veränderung von Unternehmenswerten, da das Unternehmen mit seinen Mitarbeitern gleichzeitig Menschen verliert, die die Firmenkultur mitgeprägt und getragen haben.

Die Erfahrung lehrt: Gerade, wenn Mitarbeiter ihrem Arbeitgeber emotional verbunden sind, machen sie sich Gedanken um das Wohl ihres Unternehmens. Sie identifizieren sich mit ihrer Abteilung und mit den Produkten ihres Unternehmens. Die unternehmerischen Interessen werden so zu ihren eigenen. Ein weiterer sehr positiver Nebeneffekt: Die Mitarbeiter sprechen oft und gut über ihren Arbeitgeber, sind motiviert, leistungsbereit und arbeiten gerne. Das alles wirkt sich positiv auf Produktivität, Kundenservice und Umsatz sowie Innovationsfähigkeit, Wandlungsbereitschaft und Image des Unternehmens aus. Ein echter “Mehr”-Wert!